Schibergsteigen

Die Geschichte der Skitourenrennen bzw. des Wettkampfskibergsteigens geht zurück auf ursprünglich durch das Militär ausgetragene Wettkämpfe. Sogenannte „Militärpatrouillen“ dienten dem Kräftemessen und zur körperlichen Ertüchtigung der teilnehmenden Teams.

Seit den 1920er-Jahren wurden auch zivile Rennen ausgetragen, in Österreich z.B. das „Mairennen“ in Gosau oder der „Geierlauf“ in der Wattener Lizum oder das „Wildsaurennen“ in St. Sigmund im Sellrain. Militärpatrouillenlauf, bei dem Skibergsteigen mit Wertungsschießeinlagen kombiniert wurde, war bei den Olympische Winterspiele 1924 olympische Disziplin.
Die Mannschaften bei diesen Militärpatrouillenläufen bestanden jeweils aus vier Teilnehmern, die zum Zeitpunkt der Olympischen Spiele aktive Soldaten waren. Allerdings stieß diese Disziplin bei den Zuschauern nicht auf das erwartete Interesse, sodass die Disziplin Militärpatouille 1926 vom Internationales Olympisches Komitee (IOC) zum Vorführbewerb erklärt wurde.
Als solcher wurde der Militärpatrouillenlauf drei weitere Male im Rahmen der Olympischen Winterspiele in den Jahren 1928, 1936 und 1948 durchgeführt. Die olympischen Militärpatrouillenläufe gelten als Vorläufer der olympischen Disziplin Biathlon.

Bei den Gebrigstruppen wird auch heute noch der Patroulienlauf bei den Wintermeisterschaften als Königsdisziplin durchgeführt.

Die Union Internationale des Associations d’Alpinisme (UIAA) plant die Aufnahme der Sportart Skibergsteigen bei den Olympische Winterspiele 2018.

Nach dem Zweiten Weltkrieg organisierten die Länder, in denen Skirennen im Hochgebirge überlebt hatten, ihren Traditionen entsprechende Wettkämpfe.
In den 1980er-Jahren wurden in den Alpenländern einige neue Wettkampfrennen ins Leben gerufen.
Zu Beginn der 1990er Jahre gründeten Skibergsteiger aus Frankreich, Italien, Spanien, Andorra, der Slowakei und der Schweiz das Comité International du Ski-Alpinisme de Compétition (CISAC), 1992 wurde der erste Europacup ausgetragen und auch die erste Europameisterschaft im Skibergsteigen. Die Wettkampf-Variante des Tourenskilaufens ist heute international zusammengefasst im International Council for Ski Mountaineering Competitions (ISCM) unter dem Dach der UIAA in der Schweiz.
Dem Verband gehören derzeit 34 Nationen an. Zu den bedeutendsten Wettkämpfen in den Alpen zählen die Patrouille des Glaciers und die Trophée du Muveran in der Schweiz, die Trofeo Mezzalama in Italien und die Pierra Menta in Frankreich.
Weltweit gibt es derzeit etwa 500 Wettkämpfe. Seit 2002 gibt es im Zweijahresrhytmus offizielle Weltmeisterschaft im Skibergsteigen, seit 2004 einen Worldcup. Die Weltmeisterschaft wurde erstmals in den französischen Alpen ausgetragen. Weitere Austragungsorte waren 2004 Spanien, 2006 Italien und 2008 die Schweiz.
Die Aufstiege erfolgen bei den Wettkämpfen mit aufgeklebten Skifellen, die das Abrutschen verhindern. Diese müssen für die Abfahrten – meist durch Tiefschnee – abgerissen und für einen weiteren Aufstieg vom Sportler wieder aufgeklebt werden. Die Streckenprofile können auch Aufstiegspartien enthalten, die nur zu Fuß oder durch Klettern bezwungen werden können. An diesen Passagen trägt der Sportler seine Skier im Gepäck mit sich. Angeboten werden bei den Wettkämpfen in der Regel die Disziplinen Einzellauf, Teamlauf, Staffellauf und Vertical Race, in den letzten Jahren auch oft ein Rennen über die sogenannte lange Distanz.

1999 entstand die Schweizer Nationalmannschaft Skitourenrennen. Seit 2001 betreibt der Deutsche Alpenverein (DAV) das Skibergsteigen auch als Leistungssport, trägt den Deutscher Skitourencup aus und stellt die Deutsche Nationalmannschaft Skibergsteigen auf. Obwohl Österreich über eine ausreichende Anzahl von Spitzenskibergsteigern verfügt, war es bis 2007 das einzige Alpenland, das keine Nationalmannschaft in dieser Sportart stellte. Mit der Gründung und der Aufnahme in die ISMC des österreichischen Skibergsteigerverbandes ASKIMO im Oktober 2007 können zukünftig auch österreichische Athleten im Rahmen des Österreichischer Nationalkader im Wettkampf-Skibergsteigen an den internationalen Wettkämpfen teilnehmen.

2008 fand in Österreich die erste nationale Meisterschaft statt.

Neben den bei der Weltmeisterschaft mittlerweile üblichen Disziplinen Einzel, Team und Staffel wurde 2008 erstmals auch ein Langdistanzrennen ausgetragen.